Suchtprävention

 

COPD – nur eine der Folgen von Tabakkonsum            „Aufklärung gegen Tabak“ an der Otto-Schwerdt-Mittelschule


Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Michael Pfeifer existiert an der Universität Regensburg seit Oktober 2015 das Wahlfach „Aufklärung gegen Tabak“. Junge Medizinstudenten der Universität Regensburg klärten am Donnerstag, den 19.11.2015, Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Jahrgangsstufe an der Otto-Schwerdt-Mittelschule über die vielfältigen Folgen des Tabakgenusses auf. Unterstützt wurden sie von Herrn Alois Stadlbauer, selbst Betroffener der schrecklichen Krankheit COPD und Leiter zweier Selbsthilfegruppen.


„Woran sterben weltweit die meisten Menschen?“ Erschreckende Zahlen aus Pressemeldungen über Flugzeugabstürze, Naturkatastrophen, Krieg und Terror schwirrten sofort durch die Schülerköpfe. Sehr bald wurde jedoch klar, dass die Folgen des Rauchens – und nicht zu vergessen des Passivrauchens – eine er häufigsten Todesursachen darstellen.


Sehr beeindruckend war die Geschichte von Herrn Stadlbauer. Mit 24 Jahren hatte er zu rauchen begonnen. Ca. 100 Zigaretten pro Tag kosteten ihn im Laufe der Jahre an die 70.000,- Euro und nun kann er seit nahezu 20 Jahren nicht mehr ohne Nasenbrille leben. Sein ständiger Begleiter ist eine Sauerstoffflasche, die er alle 5 bis 7 Stunden wieder auffüllen muss. In seinem Auto hat er stets eine Großflasche dabei um die kleine tragbare Flasche neu aufzufüllen. 24 Stunden am Tag ist er auf die Sauerstoffzufuhr angewiesen, das heißt, neben seinem Bett steht ebenfalls eine Großflasche. „Wie machen Sie das beim An- und Ausziehen?“ wollte eine Schülerin wissen. „Luft anhalten!“ war die Antwort. „Und beim Duschen?“ – „Ohne Sauerstoff geht nichts!“ Dass dies nicht nur eine körperliche sondern auch eine seelische Belastung darstellt, war jedem sofort klar. Eine Selbsthilfegruppe unterstützt gerne an COPD Erkrankte.


Nachdenkliche Gesichter aus den Schülerreihen und weiterführende Fragen zeigten die Betroffenheit der Kinder. „Mein Onkel ist ein starker Raucher. Er lebt noch bei der Oma. Kann da die Oma auch krank werden?“ – „Ist eine Shisha oder eine E-Zigarette weniger gefährlich?“ Auch auf diese Fragen konnten die Medizinstudenten keine beruhigende Antwort geben.

Im Anschluss an den allgemeinen Vortrag gingen die Studenten noch mit in die beiden 7. Klassen. Dort vertieften sie das Thema auf beeindruckende Weise. Erst jetzt wurde allen Schülerinnen und Schülern wirklich klar, dass es durch das Rauchen nicht nur zu einer Beeinträchtigung der Atmungsorgane kommen kann. Das Blut transportiert die Giftstoffe ja schließlich in alle Körperteile und somit kann es natürlich zur Schädigung nahezu aller Organe kommen. Das Leben mit einem Dauerkatheter nach Blasenkrebs und mit einem künstlichen Ausgang nach einer teilweisen Entfernung des Darms fand keiner wirklich prickelnd. Dass Rauchen zu vermehrter Pickelbildung und zu vorzeitiger Hautalterung führen kann, gab vor allem den Mädchen zu denken.


Schockierend war für die Schülerinnen und Schüler letztendlich auch die Tatsache, dass Tiere unter Versuchen leiden müssen - unter Versuchen, die der Tabakindustrie Möglichkeiten aufzeigen, durch welche Inhaltsstoffe sie Menschen noch schneller in die Sucht führen können. Dass Tabakgenuss eine Sucht darstellt, ist letztendlich jedem klar. Dass 70 % der Raucher gerne einfach aufhören wollen, es davon aber nur magere 5 % schaffen, sagt wohl alles. „Soll die Tabakindustrie ihre Experimente doch an den Menschen durchführen, die denken, dass Rauchen cool ist!“ stellte zu guter Letzt eine Schülerin mit einem gehörigen Zorn fest.

Christina Koch, Beauftragte für Suchtprävention an der Otto-Schwerdt-Mittelschule